· 

Ö-Tour 1 Vor den Toren Salzburgs

Bundesland: SALZBURG   Gebiet: SALZBURG UMGEBUNG/ FLACHGAU      840 Hm       59 km
Die ORIGINALTOUR ist geeignet für RennradfahrerE-Biker und sehr aktive  RADFAHRER.
Varianten für unterschiedliche Fitnesslevel zu dieser Tour findest du am Ende des Beitrags. 

 

SCHON GEWUSST?  Den Hochaltar von Maria Plain ziert ein Gnadenbild von Maria, auf dem Sie eine Krone trägt. Das nackte Jesuskind ist ebenfalls mit einer reich verzierten Krone dargestellt.


Ich starte meine erste Ö – Tour. Zwar habe ich inkl. An- und Rückfahrt nur 6 Stunden Zeit, aber ich möchte heute unbedingt das wundervolle Frühlingswetter nutzen. Mit der S-Bahn fahre ich bis zum Salzburger Hauptbahnhof und starte von dort meine erste Rundfahrt. Erster Stopp…. Die Wallfahrtskirche Maria Plain. Zum einen finde ich das sehr passend, denn ich werde dort gleich mal alle verfügbaren Engel und Schutzheiligen bitten, mich auf meinem Projekt zu begleiten, zu unterstützen und beschützen, zum anderen muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich zuvor noch nie dort war. Schon nach wenigen Fahrminuten liegt die Landeshauptstadt hinter mir, Bäume und Sträucher blühen, es duftet herrlich, die Menschen, die mir zu Fuß entgegenkommen, lächeln und sind gut gelaunt. Schon nach wenigen Kilometern taucht vor mir die barocke Wallfahrtsbasilika auf. Ich lasse mein Fahrrad stehen und nehme die Treppe entlang der Kalvarienbergkapellen. Der Blick auf Salzburg ist atemberaubend. Saftig grüne Wiesen, ein Blütenmeer, die Berggipfel sind mit Schnee bedeckt. Ein Panorama wie aus dem Bilderbuch. 

In der Basilika ist es angenehm still, ich bin die einzige Besucherin. Ich nehme auf einer der letzten Bankreihen Platz, schließe die Augen und genieße für einige Minuten die absolute Ruhe, die in der Kirche herrscht. In der kleinen Kapelle nebenan entzünde ich eine Kerze, verspreche dabei hoch und heilig, mit dem Rad nicht schneller bergab zu fahren als meine Schutzengel fliegen können und präge mir im Anschluß noch eine Andenkenmünze für meine Magnetensammlung auf meinem Kühlschrank. Die Ausschank mit Aussichtsterrasse ist aufgrund von Corona leider geschlossen, also radle ich ohne Kaffeepause weiter.


Bei Kilometer 10 entdecke ich in Muntigl (Gemeinde Bergheim) einen besonders liebevoll gestalteten, kunterbunten Blumengarten, der zu einem Bauernhaus gehört. Ich spreche der Bäuerin, die gerade vorbeikommt mein Lob aus und sie meint darauf: „Was man gerne macht, macht man gut.“  Damit hat sie auf alle Fälle recht. Mein nächstes Ziel ist der Kräutergarten der Gemeinde Anthering. Duftende Kräuter sind in liebevoll angelegten Beeten sorgfältig beschriftet. Teufelsabbiss, Gottvergess und Mönchspfeffer wachsen friedlich nebeneinander. Hier waren eindeutig Liebhaber am Werk. So manches Kraut ist mir völlig unbekannt. Ich „wuzle“ das eine und andere Kräutlein zwischen meinen Fingern und atme das Aroma tief ein. Irgendwann kann ich dann gar nichts mehr unterscheiden. Ich komme mir vor wie beim Parfüm testen in der Drogerie, nur dass es hier keine Teststreifen gibt und jeder Finger von mir im Moment anders riecht. Zum Abschluss beobachte ich die Frösche im Teich, wie sie sich eifrig um die Gunst der Weibchen bemühen. Sieht ziemlich anstrengend aus und die Konkurrenz ist groß.


Da ich schon relativ viel Zeit vertrödelt habe, versuche ich den Haunsberg eher sportlich und mit wenig Fotopausen zu erklimmen. Nach ca. 50 Fahrminuten suche ich vergeblich die Kaiserbuche, finde aber nur einen Buchenknirps hinter einem Zaun. Irgendwo in den dunklen Ecken meiner Gehirnzellen glaube ich mich zu erinnern, dass die Kaiserbuche vor einiger Zeit einem Unwetter zum Opfer gefallen ist. Ein Rennradfahrer der neben mir auf dem Bankerl Pause macht, bestätigt meine Erinnerung. Wir unterhalten uns sehr nett und dabei vergesse ich, ein Foto von dem herrlichen Ausblick Richtung Stadt zu machen. Da habe ich wohl mehr Augenmerk auf den feschen Radler als auf das Panorama gelegt. ;) Bergab geht es ruck zuck bis nach Obertrum. Der schattige Biergarten der Brauerei ist menschenleer. Corona scheint kein schlechtes Gewissen zu haben, denn ich hätte jetzt nichts lieber als ein frisch gezapftes „Seidl“ Bier. Ein letzter Sehnsüchtiger Blick in den Gastgarten und weiter geht´s zum See. Zahlreiche Familien, Hundehalter, Liebespärchen und Radfahrer tummeln sich entlang des Spazierweges. Das Schilf ist noch braun vom letzten Winter.

Durch Seekirchen radle ich nur durch, denn ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, wenn ich mich jetzt beeile, dann schaffe ich noch den Abstecher zum Ragginger See in der Gemeinde Elixhausen. Der Umweg lohnt sich. Mich erwartet ein idyllisches Fleckchen inmitten eines Landschaftschutzgebietes, ein absolutes Highlight des heutigen Tages.

 

Leider muss ich mich jetzt beeilen, wenn ich den Zug noch erreichen will, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Elixhausen und Hallwang durchradle ich im Eiltempo. Aber keine Sorge, ich komme wieder. 

 

Zwei Minuten vor Abfahrt erreiche ich meinen Zug. Perfektes Timing! Während der Heimfahrt lasse ich die letzten Stunden nochmals in Gedanken Revue passieren. Wie wundervoll ist doch mein geliebtes Österreich. 


Varianten zu dieser Tour

RADTOUR: Geeignet für FAMILIEN, E-BIKE und GEMÜTLICHE Radfahrer

Vom Bahnhof Salzburg zum Spielplatz und Kräutergarten in Anthering.


RADTOUR: Geeignet für E-BIKER und AKTIVE Radfahrer

Ab Bahnhof Salzburg zum Kräutergarten Anthering und Ragginger See.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0