Bundesland: TIROL Gebiet: LIENZ/ OSTTIROL 1.250 Hm 36 km
Die ORIGINALTOUR setzt sich aus einer leichten Radtour durchs Villgratental und einer Wanderung auf den Schwarzsee 2.455 zusammen. Eine sehr schöne, aber doch anspruchsvolle Runde. Ich empfehle die komplette Tour nur für SPORTLICHE Personen. Einfachere Varianten dazu findest du wie gewohnt am Ende der Seite. Eine wirklich sehr schöne und noch recht ursprüngliche Gegend. ÖFFI
SCHON GEWUSST? Das Villgraten Tal grenzt sich ganz klar vom Massentourismus ab. Die Devise:
"Ruhig bleiben". Keine Skischaukel, kein Hotelbetrieb mit mehr als 50 Betten und Direktvermarktung der begehrten Schafwollprodukte aus dem Tal.
Für meine nächste Mehrtagestour verschlägt es mich ins wunderschöne Osttirol. Genauer gesagt ins Villgratental. Ein Tal, das bewusst einen anderen Weg gewählt hat. Während andernorts immer größer, schneller und spektakulärer gebaut wird, setzt man hier auf Ruhe, Ursprünglichkeit und sanften Tourismus. Keine riesigen Hotelanlagen, keine Skischaukeln und keine Menschenmassen. Das Motto scheint zu lauten: Ruhig werden - Ruhig bleiben
Und genau das spürt man vom ersten Moment an. Schon am frühen Vormittag parke ich Bella neben einem alten Holzhaus in Außervillgraten. Die Sonne scheint, die Luft ist angenehm kühl und die Berge wirken zum Greifen nah. Gemütlich radle ich taleinwärts Richtung Unterstalleralm. Der Verkehr hält sich in Grenzen und die Autofahrer begegnen den Radfahrern erfreulich rücksichtsvoll.
Bald erreiche ich Innervillgraten. Ein kleiner Ort mit Kirche, Gasthäusern, Pensionen und einem Dorfladen, der gleichermaßen Wanderer wie Einheimische versorgt.
Kurz hinter Lahnberg entdecke ich auf einem Bauernhof vier kleine Kätzchen. Ja, ich weiß, sowas tut man nicht, aber ich kann einfach nicht widerstehen. Ich muss die mauzenden, kleinen Fellknäuel einfach streicheln. Ich bin so entzückt, das ich gar nicht bemerke, wie sich der Hofhund nähert. Plötzlich bin ich Auge in Auge mit einem dicken, Berner Sennenhund. Ups, da trete ich jetzt lieber freiwillig und vor allem ganz schnell den Rückzug an. Zum Glück ist er mir freundlich gesonnen, vorsorglich räume ich aber das Feld um ihn nicht zu reizen.
Bei der Unterstalleralm bleibt das Fahrrad zurück. Von hier geht es zu Fuß weiter. Der Arntalbach begleitet mich mit seinem lauten Rauschen und schon bald erreiche ich die Oberstalleralm. Ein kleines Almdorf wie aus dem Bilderbuch.
Achtzehn alte Holzhütten, eine Kapelle und rundherum nichts als Wiesen, Berge und Himmel.
Aus den Häusern dringen Stimmen und Kinderlachen. Menschen aus unterschiedlichen Ländern verbringen hier ihren Urlaub. Und in diesem Moment wird mir bewusst, wie schön dieses Konzept eigentlich ist. Die alten Gebäude bleiben erhalten. Sie werden genutzt. Bewohnt. Mit Leben und Lachen gefüllt. Nicht jedes alte Haus muss verfallen oder ein Museum werden. Manche dürfen einfach weiterhin neue Geschichten schreiben.
Nach einem kurzen Besuch in der Kapelle mache ich mich auf den Weg zum Schwarzsee.
Der Wald wird lichter, die Blumenwiesen bunter und die Aussicht mit jedem Schritt beeindruckender. Vor lauter Staunen achte ich allerdings kurz nicht auf den Weg. Ein Fehler, denn plötzlich trete ich beinahe auf eine Kreuzotter, die zusammengerollt mitten auf dem Steig liegt. Wir erschrecken beide und die Schlange verschwindet blitzschnell im Gras. Ich nehme mir vor, künftig etwas aufmerksamer zu gehen.
Wenig später treffe ich eine Wanderin, die alleine unterwegs ist. Ihre Familie verbringt den Urlaub auf einer Hütte in der Gegend. Wir unterhalten uns nur wenige Minuten. Schade eigentlich. Manchmal begegnet man Menschen, bei denen man sofort das Gefühl hat, dass man sich noch lange hätte unterhalten können.
Der letzte Anstieg zum Schwarzsee fordert noch einmal ordentlich Kraft. Doch als ich den See schließlich erreiche, ist jede Anstrengung vergessen. Tiefblau liegt er zwischen den Bergen. Still. Klar. Fast unwirklich. Am Ufer noch die Reste vom Altschnee des Winters. Zum Baden ist er allerdings viel zu kalt. Schon das Eintauchen der Hände fühlt sich an wie tausend kleine Nadelstiche. Also bleibt es bei einer Gesichtsabkühlung und einigen Handvoll eiskaltem Gebirgswasser für meine Trinkflasche.
Nach einer kurzen Rast steige ich wieder ab und erreiche wenig später die Unterstalleralm.
Zurück im Tal lege ich noch einen kurzen Stopp beim Naturdenkmal Sinkersee ein, bevor ich nach vier wunderbaren Stunden wieder bei Bella ankomme. Doch der Tag ist noch nicht vorbei. Denn ein Schwefelbad in einer Holzwanne in Abfaltersbach dem wartet bereits auf mich. Und ehrlich gesagt nach dieser Tour freue ich mich sehr auf Entspannung.
FAZIT: Das Villgratental ist ein Paradies für alle, die Ruhe, Ursprünglichkeit und authentische Berglandschaften suchen. Die Kombination aus Oberstalleralm, Schwarzsee und den beeindruckenden Ausblicken macht diese Tour zu einem besonderen Erlebnis. Wer dem Trubel entfliehen möchte, wird hier vermutlich genau das finden, was vielerorts verloren gegangen ist: Stille und Ursprünglichkeit
Varianten zur Tour
WANDERUNG: Geeignet für sehr gemütliche Geher oder Senioren
Kurztour von der Unterstaller zu den Oberstaller Almen. Ein Bergdorf wie aus dem Bilderbuch.
WANDERUNG: Rundweg für Aktive Wanderer
Rundweg Stalleralmen. Kurze steile Teilstücke. Wanderstöcke werden empfohlen.








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