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Ö- Tour 13.2 Vom Achensee auf den Ahornboden

Bundesland: TIROL                  Gebiet: ACHENSEE                  1.330 Hm                      37 Km

Die ORIGINALTOUR ist Aufgrund der Länge und der Höhenmeter eher für sportliche Personen geeignet. Aber wie immer habe ich tolle Tourenvarianten am Ende des Berichtes die für dich passen. Eine wirklich ausgesprochen schöne Tour für sonnige Herbsttage. 


Nach meiner gestrigen Radtour durch´s Tiroler Unterland und zur Walderalm, sitze ich Abends gemütlich zum Essen im Hotel. Da kommt mir die Idee, ich könnte ja die Bedienung fragen, wie ich am Besten zum Ahornboden komme. Sie verweist mich gleich an Armin, einen Stammgast, der „zufällig“ an der Bar sitzt und ziemlich viel mit dem Rad unterwegs ist. Hilfsbereit erklärt er mir, ich solle nicht über das Lamserjoch, sondern über d`Plums, das wäre viel weniger weit. Soweit, so gut. Allerdings merke ich, er hat starke Zweifel, ob ich das schaffe, was natürlich gut gemeint und sehr verantwortungsbewusst ist. Armin rät mir, ich solle das Rad bis zum Plumsjoch schieben, der Weg sei zwar brutal steil, aber danach könnte ich über einen Forstweg zum Ahornboden und über Deutschland die Runde zurück zum Achensee. Ich bedanke mich für den Tipp und gehe auf mein Zimmer. Und da meldet sich auch prompt der „Zweifel – Teufel“ in meiner Magengegend: „Bist dir schon sicher, dass du die Tour schaffst????“  Worauf sich der „Selbstwert – Engel“ auf meiner Schulter einmischt: „Logisch, sie hat schon 85 Kilometer und 5.000 Höhenmeter an einem Tag geschafft!!!“  Zweifel – Teufel: „Tja, das war aber eine andere Situation. Im Moment ist ihre Kondition gleich null. Hat heute das letzte Stück zur Rottenhofalm schieben müssen. (grinst doof)“   Engel: „Ja, es war mitunter mühsam, aber wir haben es geschafft. Wir lassen uns von dir nicht klein machen!!!“ Teufel: „Bin ja nur ehrlich.“    Selbstwert – Engel: „Vielen Dank für deine Sorge (ironisch) Aber wir fahren bis zur Gernalm mit dem Radl und von dort zu Fuß über die Plums zum Ahornboden und wieder zurück. So machen wir das und basta!!“ Beleidigt verzieht sich der Zweifel – Teufel in eine dunkle Ecke in meinem Bauch, wo ich ihn auch am Morgen beim Frühstück noch wie einen Klumpen spüre. Ich esse kaum etwas und frage höflich, ob ich mir ein Minibrötchen für meine Tour einpacken darf. Los geht´s bei strahlendem Herbstwetter nach Pertisau, vorbei an der Mautstelle Karwendeltäler bis zur Gernalm. Die Temperatur ist angenehm und frisch, die Bäume beginnen sich zu färben, das Panorama ist einzigartig. Meine Sorgen verwehen mit dem Fahrtwind immer mehr, ich könnte jauchzen vor Glück. Bei der Gernalm angkommen, hänge ich mein Rad an den Zaun, schnappe die Wanderstöcke und auf geht´s. 

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Plumsjoch 1 ½ Stunden steht da auf dem gelben Wegweiser. Klack, klack…. Klack, klack, die Stöcke schlagen rhythmisch auf den Kies, der Atem regelmäßig, die Beine marschieren im Takt. Es wird steiler und steiler, ich wechsle in einen anderen Rhythmus, Kopf leicht unten, Vollgas, ich mag das. Ich schraube mich zügig nach oben, zwischendurch immer wieder ein Blick ins Tal. 50 Minuten später habe ich den Sattel erreicht. Geht doch! 

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Und jetzt in leichtem Laufschritt über den Wanderweg zum Ahornboden. Die Strecke ist wirklich sehr angenehm zu laufen. Waldboden, Steine, Wurzeln, herrlich abwechslungsreich. Immer wieder kommen mir Wanderer von unten entgegen, die zur Plumsjochhütte aufsteigen. Die zweite Hälfte der Strecke ist dann ein breiter, steiniger Forstweg. 2 Stunden und 20 Minuten später habe ich die Zufahrtsstraße zur Engalm erreicht.

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Na schau, geht doch! Lobe ich mich. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erleichtert, ärgere mich allerdings auch ein bisschen über mich, dass ich mich doch immer wieder verunsichern lasse. Aber das ist eben ein Lernprozess und im Grunde sollte ich stolz darüber sein, was ich in den letzten Jahren an persönlicher Veränderung geschafft habe und mich nicht ärgern, wenn´s wieder mal nicht so klappt.  Im Moment ist mir aber wichtiger, über die Straße zu kommen, ohne überfahren zu werden. Eine durchgehende Blechschlange rollt an mir vorbei zum Talschluß. Reisebusse, Autos, Wohnwägen und 40!!! Brummende Motorräder hintereinander. Wahnsinn!! Na ja, wo´s schön ist wollen alle hin. Deshalb beschließe ich, am Anfang des großen Ahornbodens zu bleiben. Hier ist es herrlich ruhig, ich habe freien Blick auf die Baumriesen, die sich schon zu färben beginnen, außer mir ist nur ein einzelnes Ehepaar auf dem Weg.

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 Ich setze mich auf die Wiese, klemme einen Holzstock zwischen die Füße und lege meine Glaskugel obendrauf. Schaut sicher lustig aus, aber die Fotos die mit der Kugel entstehen gefallen mir einfach gut. Eine völlig neue Perspektive, alles steht Kopf. Schadet auch im Leben manchmal nicht. 😉

Ahornboden

So wandere ich gemütlich zwischen den bunten Bäumen umher und genieße die besondere Stimmung. Nach etwa einer Stunde mache ich mich zufrieden auf den Rückweg. Wenn alles gut geht, bin ich in 2 ½ maximal 3 Stunden wieder im Hotel. 

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. Forstweg, Wanderweg, Plumsjochhütte. Es ist kurz nach 14.00 Uhr als ich wieder Richtung Gernalm laufe. . Erst jetzt merke ich so richtig, wie steil der Weg hier ist. Zum Glück habe ich immer Stöcke mit dabei, denn man gerät hier wirklich leicht ins Rutschen. Immer wieder kommen mir auch Biker unter. Manche schieben, der eine oder andere fährt sogar noch, manche OHNE Motor. Unglaublich!! Respekt!!! Aber verschwitzt und fertig schaut jeder aus der mir entgegenkommt. Da hab´s ich schon leichter 😊 Die Sonnenterrasse auf der Gernalm ist gut gefüllt. Scheint ein beliebter Ausflugspunkt zu sein. Aufi auf´s Radl und zurück zum Hotel. Genau 6 Stunden nachdem ich voller Zweifel losgefahren bin, bin ich wieder glücklich und entspannt zurück. Ich gönne mir einen Marillenkuchen mit Schlag und eine Tasse Kaffee auf der Sonnenterrasse. Mein Vorhaben noch den Mariensteig zu laufen, verlege ich auf Morgen früh. Die Schaukelliege mit Ausblick auf den See hat einfach die besseren Argumente. 

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Genau 6 Stunden nachdem ich voller Zweifel losgefahren bin, bin ich wieder glücklich und entspannt zurück. Ich gönne mir einen Marillenkuchen mit Schlag und eine Tasse Kaffee auf der Sonnenterrasse. Mein Vorhaben noch den Mariensteig zu laufen, verlege ich auf Morgen früh. Die Schaukelliege mit Ausblick auf den See hat einfach die besseren Argumente. 


Varianten zur Tour

RADTOUR: Einfache Radtour für Familien oder gemütliche Radler

Über schattige Straßen mit wenig Steigung vom Achensee zur Gernalm. 


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