Bundesland: SALZBURG Gebiet: Rauris (Nationalpark Hohe Tauern) 14,7Km 1.470Hm
Für die ORIGINALTOUR sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit,
ausreichend Kondition und alpine Erfahrung Grundvoraussetzung. Für diese Tour sollte man außerdem Fitnesslevel SPORTLICH haben.
Grundsätzlich kann die Tour in 3 Abschnitte wie folgt geteilt werden:
01. Kolm Saigurn - Naturfreundehaus Neubau: Teils steiler Anstieg, jedoch ohne technischen Schwierigkeiten 1,5 - 2 Stunden
02. Naturfreundehaus - Rojacher Hütte: Fels und Geröllfelder 1,5 - 2 Stunden
03. Rojacher Hütte - Sonnblick: Anstieg über Felsengrad, teilweise mit gesicherte Kletterpassagen 1 - 1,5 Stunden
SCHON GEWUSST? Das Observatorium am Sonnblick wurde bereits 1886 errichtet und ist Österreichs höchstgelegene meteorologische Beobachtungsstation. Der Stützpunkt ist ganzjährig mit Personal besetzt und wurde seit der Gründung nur an vier Tagen nicht betreut.
Gestern habe ich mit meiner Freundin Astrid ganz spontan beschlossen: Es wird wieder Zeit für eine hochalpine Tour. Nach dem Wiesbachhorn im letzten Jahr, fällt unsere Wahl diesmal viel auf den Sonnblick. Die Bedingungen sollten passen und so starten wir bereits um 5.50 vom Lenzanger Parkplatz in Kolm Saigurn. Noch ist es stockdunkel und wir brauchen unsere Stirnlampen. Nach etwa 2 Kilometern auf der Forststraße erreichen wir das Naturfreundehaus. Ganz langsam bricht auch der Morgen an.
Der erste Anstieg hat, wie bereits beschrieben, keine technischen Schwierigkeiten, wir schlängeln uns in steilem Zick - Zack den Berg bis zur ersten Hütte hoch. Die Morgensonne taucht die Bergspitzen in sanftes Licht, der Wind weht ziemlich kräftig. Wir hoffen, das sich die Windstärke im Laufe des Vormittags legt. Vorbei am Naturfreundehaus Neubau - auch dieser Teil hat keine großen Schwierigkeiten, ab und an ist es etwas zum Steigen und der Weg beginnt steinig zu werden. Wir überqueren Geröllhalden und klettern über kleine Felsen, immer noch begleitet von starken Windböen. Aber auch dieser Abschnitt ist gut und ohne Schwierigkeiten zu gehen. Den Gletscher hat man zwar in Sichtweite, beim Aufstieg über den "Normalweg" hat man allerdings keinen Gletscherkontakt. Meines Wissens nach, gibt es jedoch mehrere Aufstiegsrouten, die teilweise auch über den Gletscher führen. Kurz vor der Rojacher Hütte machen wir eine kurze Pause, ich "snacke" ein wenig, denn ich habe noch nichts gefrühstückt und brauche Energie für den letzten Abschnitt über den Grad. Schließlich erreichen wir die Rojacher Hütte - ab hier wird es spannend.
Unter uns erstreckt sich die Gletscherzunge, das Schmelzwasser bildet einen olivgrünen See, der starke Wind bläst Wolkenfetzten über den blauen Himmel. Einfach herrlich. Aber nun heißt es konzentriert steigen, denn vor allem die Böen machen die Sache nicht einfacher. Grundsätzlich ist aber auch der letzte Abschnitt bei guten Bedingungen auf jeden Fall zu meistern. Es gibt keine wirklich stark ausgesetzten Stellen, Kletterpassagen sind mit Eisen versichert. Aber natürlich muss man auf jeden Fall trittsicher und schwindelfrei sein.
Wir kommen gut voran und erreichen schließlich nach ca. 4 Stunden das Zittelhaus am Hohen Sonnblick. Schnell ein Erinnerungsfoto und dann ab in die gute Stube. Der Gipfel ist übrigens nicht sonderlich beeindruckend, auch liegt rund um die Hütte viel Bauschutt, es gibt kein Gipfelkreuz und auch sonst ist der Aufstieg schöner als das Ziel. Dennoch sind wir stolz, es wieder mal geschafft zu haben. Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Rückweg, für den man auf jeden Fall noch ausreichend Energiereserven einplanen muss. Alles in allem eine super Tour. Anspruchsvoll aber mit ausreichend Kondition grundsätzlich gut schaffbar.
Fazit: Eine anspruchsvolle aber durchaus schaffbare, hochalpine Tour. Besonders der letzte Abschnitt ist spannend zu gehen. Gipfelsiege gibt es allerdings meiner Meinung nach beeindruckendere. Alles in allem aber eine super Tagestour.




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