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Ö Tour 265 Spullersee - Formarinsee

Bundesland: TIROL    Gebiet: Arlberg   27Km   1.250 Hm

Die ORIGINALTOUR ist Aufgrund von Länge und Höhenmeter nicht für Jedermann/Frau geeignet. Man sollte dafür auf jeden Fall SPORTLICH sein und für den Gehrengratsteig ist auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig, auch wenn es keine stark ausgesetzten Stellen gibt. Der Abstieg vom Gehrengrat bis zum Formarinsee ist zudem relativ steil (der Weg ist grundsätzlich gut zu gehen) und auf einer Länge von gut 1 Kilometer besteht der Weg aus zerklüftetem Stein. Für GEMÜTLICHE empfiehlt sich die Anfahrt mit dem Wanderbus, der regelmäßig ab Lech verkehrt. Vom Parkplatz Formarinsee erreicht man die Freiburger Hütte über eine breite Schotterstraße in ca. 45 - 60 Minuten.

 

SCHON GEWUSST? Das Lechquellengebiet am Arlberg (rund um den Formarinsee, den Formaletsch und das Steinerne Meer) beheimatet eine der größten Steinbockkolonien Europas mit über 400 bis 600 Tieren.


Heute steht wieder mal eine große Tour am Plan. Ich starte bereits um 2: 30 Uhr Nachts mit dem Night Jet von Schwarzach im Pongau in Richtung Arlberg. Schon um 06:30 Uhr erreiche ich meinen Ausgangspunkt in Langen am Arlberg. Direkt gegenüber dem Bahnhof startet der Wanderweg Richtung Spullersee. Trotz der frühen Morgenstunden ist es nicht wirklich kühl, ein heißer Tag kündigt sich an. Nach kurzer Zeit treffe ich auf einen jungen Burschen der soeben seine vier Huskys aus der Transportbox seines Autos lassen möchte. "Ach, da warte ich noch ein bisschen bist du vorbei bist, weil die haben heute noch nicht gefrühstückt."  Meint er mit einem Grinsen und ich gebe ordentlich Gas, denn schon als ich um die nächste Kurve biege, höre ich die Meute kläffen. So lege ich die ersten Kilometer extrem zügig zurück, werde dann auf einem weiten Almboden von einer Herde Mutterkühe gestoppt.  Vorbeigehen ist leider nicht möglich, eine Mutterkuh die mit ihrem Kälbchen direkt neben dem Weg steht schaut mich mißtrauisch an. Mir bleibt nichts anderes übrig als beruhigend auf die Herde einzureden und ruhig aber flott zwischen den Tieren hindurch zu marschieren. Auch wenn ich grundsätzlich keine Angst vor Kühen habe - ein bisschen mulmig ist mir dabei schon.  Zum Glück lassen Sie mich passieren und schon bald erreiche ich den Spullersee, einen türkis grüner Speichersee mit herrlichem Bergpanorama. Hier lege ich eine kurze Frühstückspause ein. 

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Weiter Richtung Freiburger Hütte über den Gehrengratsteig, treffe ich nur mehr ein Murmeltier das sich hektisch im Bau verkriecht. Ansonsten bin ich alleine, was mich doch ein wenig unruhig macht. Zwar habe ich Grödl im Rucksack, ich hoffe aber, es liegt kein Altschnee mehr in den Rinnen, denn der Aufstieg scheint doch teilweise recht steil zu sein. Sollte es gefährlich werden, dann drehe ich auf jeden Fall um. Der Steig ist dann auch ziemlich steil, allerdings ist der Weg grundsätzlich breit genug und gut zu gehen. Im feuchten Boden entdecke ich immer wieder frische Hufspuren, der Größe nach könnte es sich um Steinwild handeln.  Mit Sicherheit ein wunderbares Erlebnis, diese majestätischen Tier in der Natur zu sehen, aber ob das um diese Jahreszeit mit den frisch geborenen Kitzen so ratsam ist, möchte ich bezweifeln.

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Oben angekommen, erwartet mich ein beeindruckendes Bergpanorama über das Steinerne Meer. Mit Erleichterung stelle ich außerdem fest, das nur in der Senke am Gipfel etwas Schnee liegt, der Abstieg ist völlig schneefrei und trocken. Und so mache ich mich doch ein wenig erleichtert auf den Abstieg zum Formarinsee. Kurze Zeit später treffe ich auf zwei deutsche Wanderer. "Ob ich auch auf der Suche nach den "Steinbockrudeln" bin?" Fragen sie mich. 🤪 War mir bisher neu, das Steinböcke in Rudeln jagen. Besonders spannend fand ich dann Frage Nummer zwei: "Wie verhält man sich, wenn man einem Steinbock gegenüber steht?" Ganz ehrlich, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, frag mal Forrest Gump. Aber wenn man schon auf die "Pirsch" geht, dann sollte man sich doch vorher informieren. Als würde man in der Savanne Picknicken und dann einen Einheimischen fragen, wie man sich verhalten soll, wenn ein Löwe kommt. Allerdings habe ich mich daraufhin zu Hause mal schlau gemacht und folgendes in Erfahrung gebracht: Steinböcke verhalten sich Menschen gegenüber im Normalfall friedlich. Falls (noch) möglich ausreichend Abstand halten und ruhig bleiben. Hunde an der Leine halten, auch Steinböcke sehen sie als Feind. Wie immer gilt "RespekTIERE" die Grenzen. Ein Steinbock ist kein Kuscheltier und kann auch dein Leben bedrohen! Nachdem ich noch eine Weile zwei junge "Mangei" beim Spielen beobachtet habe und eine Kilometer breite "Steinwüste" überquert habe, erreiche ich um die Mittagszeit den Formarinsee. Den schönsten Platz Österreichs 2015. Ein wirklich wunderschöner See mit der Roten Wand im Hintergrund. Natürlich mache ich auch einen Sprung ins Wasser, mit 15 Grad ist er für mein Empfinden allerdings recht warm.

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Vorbei an der Bushaltestelle Formarinsee, die regelmäßig vom öffentlichen Verkehr (gegen Aufpreis) angefahren wird, biege ich auf einen sanften Almwiesenweg ab. Hier startet außerdem der Lechweg - ein 125 Kilometer langer Weitwanderweg der dem Flußverlauf des Lech folgt. Schon die ersten Kilometer dieses Weges sind beeindruckend, wenn man beobachtet, wie schnell aus einer kleinen Quelle die aus der Wiese blubbert ein türkisblauer Wildbach wird.

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Da ich leider meine "Pausenzeiten" mit Murmeltierbeobachtung und Baden im Formarinsee verbraucht habe, bleibt für ein weiteres Bad im Lech leider keine Zeit mehr. Ich glaube, das hohle ich irgendwann nach. Zwischendurch muss ich aber doch nochmal kurz ins Wasser, da plötzlich die Rückseite meines Obereschenkels wie Feuer brennt. Ich fürchte fast, ich habe einen Riesenbärenklau gestreift. Das ist eine hochgiftige Pflanze, ursprünglich im Kaukasus heimisch. Das Gift entfaltet sich erst durch Sonneneinstrahlung, Verbrennungen 2 Grades und Blasen mit Narbenbildung können die Folge sein. Wichtig in diesem Fall - sofort mit viel Wasser auswaschen und die Stelle vor Sonne schützen. Ich klebe vorsichtshalber nach dem Waschen ein Tape drüber, um die Stelle bestmöglich vor Sonne zu schützen. Es brennt trotzdem wie Feuer und sogar eine Woche später, bei meiner Wanderung auf den Wolayersee, beginnt die Stelle wieder zu "blühen." Mehr Infos zu dieser invasiven Pflanze: Riesen Bärenklau

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Von Zug bis Lech nehme ich den Bus und mache mich von dort auf die Rückreise. Wieder ein unvergesslicher Tag auf meiner Herzenspeicherkarte.

 

FAZIT: Traumhafte jedoch anspruchsvolle Wanderung. Allerdings gibt es zahlreiche einfachere Varianten, sowie den regelmäßigen Wanderbus zum Parkplatz Formarinsee.

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