Bundesland: OBERÖSTERREICH Gebiet: Mühlviertel Tour 267 - 61Km 920Hm
Die ORIGINALTOUR ist hat keine technischen Schwierigkeiten
(Ranna Stausee umfahren) und verläuft auf Nebenstraßen durch das Mühlviertel. Man sammelt dabei aber ordentlich Höhenmeter, also für AKTIV+ geeignet.
SCHON GEWUSST? Das Mühlviertel hat seinen Namen von drei wichtigen Flüssen in der Region: der Großen Mühl, der Kleinen Mühl und der Steinernen Mühl. Früher standen an diesen Gewässern auch sehr viele Wassermühlen, was den Namen zusätzlich gestärkt haben könnte.
Von den insgesamt 109 Österreichischen Gemeinden mit dem Anfangsbuchstaben A, fehlen aktuell nur mehr 7 Stück. Eine davon ist Aigen - Schlägel und von dort aus werde ich heute starten..... so der öffentliche Verkehr mir und meinem Klapprad wohlgesonnen ist. Mit der Westbahn bis Linz, von dort ein Stück mit dem Bus und weiter mit der Regionalbahn bis Aigen. Soweit der Plan. Der Bus in Linz kommt 2 Minuten zu spät, meine Umsteigezeit auf die Bahn schrumpft somit auf 2 Minuten. Als eine Ältere Dame bei der nächsten Haltestelle dann noch im Zeitlupentempo die Münzen für die Fahrkarte zusammenkratzt, beginne ich zu schwitzen. 1 Minute!! Beim Umstieg von Bus auf Bahn habe ich gefühlt mehr Geschwindigkeit als die Tuff Tuff Bahn nach Aigen, die ich aber unbedingt erreichen muss. Falls nicht... 2 Stunden Wartezeit. Die Schaffnerin würdigt aber meinen Bahnsteigsprint und lässt den Zug kurz warten bis ich eingestiegen bin. Nachdem ich wieder etwas Luft bekomme, zücke ich mein Handy und freue mich, auf einen entspannten Radtag. Auf dem Display leuchtet plötzlich ACHTUNG UNWETTERWARNUNG auf. Das hat mir heute gerade noch gefehlt. Laut wetter.com wird heute um ca. 14.00 Uhr die Apokalypse über das Mühlviertel hereinbrechen und ich werde nur überleben, wenn ich mir schnell eine Arche baue. Bergfex ist da zum Glück ganz anderer Meinung und da ich ohnehin keine Wahl habe, werde ich das einfach mal auf mich zukommen lassen.
Und so radle ich über die Hügel und Äcker des Mühlviertels Richtung Hochficht und Tschechische Grenze. Die Sonne sticht fast auf der Haut, es ist schwül und heiß. Mein 26 Zoll Klapprad hat eine Übersetzung wie ein Kinderfahrrad. Oft habe ich das Gefühl, ich bin schneller, wenn ich schiebe, was ich zwischendurch auch immer wieder mache. Während mir der Schweiß in den Augen brennt, höre ich hinter mir das Surren eines E-Bike Motors. Der Fahrer ist trotz 30 Grad im Schatten knochentrocken und trägt eine schwarze Jacke und lange Hosen. Grundsätzlich alles ok für mich, denn jeder soll machen, was für ihn Richtig ist. Aber als er beim vorbei rollern ein: "Na, ist dir der Strom ausgegangen?" In meine Richtung schmettert, hat selbst eine so friedfertige Seele wie ich kurz Mordgedanken.
Der Apfelsaft in meiner Flasche ist längst ausgetrunken, ein Getränkeautomat, ein Brunnen oder wenigstens ein Mensch den ich um Wasser bitten könnte, suche ich allerdings vergeblich. Mit dem letzten Rest, meines beinahe vertrockneten Humors überlege ich, das Weihwasser aus der nächsten Kapelle am Wegesrand zu trinken. Da taucht im flimmernden Asphalt vor mir ein Schild auf: Ramlhof - Gasthof. Ist das eine Fata Morgana oder Wirklichkeit? Zum Glück tatsächlich ein geöffnetes Gasthaus und das Lavendel Soda schmeckt einfach herrlich.
Und so kämpfe ich mich wieder halbwegs erfrischt bis zum Rannastausee. Dieser Abschnitt ist allerdings nicht für das Rad geeignet, als Wanderung auch mit Kindern kann ich den Stausee aber sehr empfehlen. Und dann endlich der Moment, in dem ich abwärts Richtung Donau rolle. Das prophezeite Weltuntergangsszenario ist zum Glück nicht eingetreten und während ich auf den Bus warte, bleibt Zeit für einen sauren Radler mit Blick auf die Donau.
FAZIT: Eine schöne Gegend zum Radfahren, allerdings mit eher wenig landschaftlicher Abwechslung.




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